Internationale Beziehungen
Der Sex-Appeal des Exotischen
Unlängst habe ich im Kino “Die weiße Massai” nicht gesehen. Nach den Berichten in der einschlägigen Presse basiert der Film auf der Biographie von Corinne Hofmann, einer Schweizerin, die sich Ende der 1980iger Jahre während eines Kenia-Urlaubes in einen Massai verliebte. Sie heiratete ihn und lebte in Kenia, bis sie 1990 nach gescheiterter Ehe Afrika fluchtartig mit dem inzwischen geborenen gemeinsamen Kind wieder verließ. Danach schrieb sie über ihre Erlebnisse drei Bestseller und veröffentlichte eine DVD über ihr erstes Wiedersehen mit dem früheren Ehemann. Angeblich sind ihre Bücher dafür mitverantwortlich, daß sich Kenia endgültig als Zufluchtsort für einsame Europäerinnen etablierte.
Viele europäische und speziell deutsche Männer zieht es dagegen bekanntlich nach Asien, wo sie -auf welchen Wegen auch immer- nicht selten ihnen zugetane Frauen finden, die -aus welchen Gründen auch immer- ihren neuen Partnern nach Europa folgen, um sie hier zu heiraten. Außerdem hörte ich von einer Japanerin, daß auch bei einigen japanischen Frauen europäische Partner recht beliebt seien. Sie hätten den Ruf, eine vergleichsweise moderne Rollenaufteilung innerhalb der Beziehung zu praktizieren und (O-Ton meiner Gesprächspartnerin) “auch mal den Müll runterzutragen”.
Schließlich las ich heute bei German Joys, dem Blog eines in Deutschland arbeitenden US-Wissenschaftlers, einen Artikel über die große Anziehungskraft indianischer und schwarzer Amerikaner auf europäische Frauen. Er berichtet -vermutlich halbernst- von Bekannten, die sich der vielen “Wiebkes” und “Ursulas” fast mit sanfter Gewalt erwehren müßten, wenn sie durch Deutschland reisen würden.
Was ist die Ursache für diese Entwicklung? Gibt es für die unterschiedlichen Spielarten der “Fern-Beziehungen” überhaupt universelle Gründe? Ist es nur ein Aspekt der Globalisierung, daß auch der “Markt” für Beziehungs- und Sexualpartner weltweit liberalisiert ist?
Das ist einfach nur die konsequente Fortführung der genetisch veranlagten Inzestvermeidung. Früher hat man sich was aus der Nachbarhöhle (besser noch drei, vier Höhlen weiter) zum Fortpflanzen gesucht, heute bringen einen die Wunderwerke der Technik einmal um den ganzen Globus.
· Zonix um 22:21 Uhr
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