Sonntagsfrage
Hobby: Musik hören
Auf Grund der unglaublichen Resonanz der letzten Sonntagsfrage, widmen wir uns diese Woche also dem anderen großen Hobby: Musik hören. Kann man immer und überall tun und ist auch nicht so verpöhnt wie Fern sehen. Allerdings fällt es etwas schwerer jetzt zu fragen: Was waren die drei letzten Musiken die Du gehört hast? Nachher kommt noch so ein Scherzkeks und verweist auf last.fm.
Also passen wir die Fragestellung einfach etwas an. Welche drei musikalischen Werke (Alben, Sampler, aber gern auch Einzelstücke) hast du in den letzten vier Wochen besonders gern gehört? Und bitte nicht nur nennen, sondern auch kurz erläutern warum. Waren es Neu- oder Wiederentdeckungen? Zufallsfunde oder Empfehlung? Fragen über Fragen, bitte antwortet jetzt! (Von panaschieren und kumulieren ist bitte Abstand zu nehmen, danke)
1. Tomte: Buchstaben über der Stadt
GROSSE TEXTE! Emphatisch, euphorisch, traurig. Echte Hymnen für die Jugend von 20-40.
2. Secret Agent on soma.fm
Hat bei mir inzwischen den Groove Salad als Hintergrundmusik abgelöst. Abwechslungsreich, spannend, groovend.
3. Dapayk & Padberg: Close up
Ja, genau. DIE Padberg. Minimalistisches Elektronikgefrickel gepaart mit Säuselgesang.
Einzelstücke hören ist für Singlekäufer. Sowas kommt mir nicht in die Einkaufstüte.
· Zonix um 15:59 Uhr
Naja, ihr werdet es vielleicht nicht wissen, aber ich habe mir ja einen mp3-Player zugelegt. Allerdings laesst sich mit meinem Musikgeschmack wenig Staat machen. Trotzdem bin ich mal mutig und nenne hier mal 3 Alben.
Farin Urlaub – Livealbum of Death
Es ueberrascht nicht, dass es typische FU-Musik ist. “Dusche” und “10″ sind Musiksenderkonsumenten ja sicher bekannt, mir gefiel besonders “Der Mann mit der Posaune”, da ich ein Faible fuer gutes Blech in rockiger oder bluesiger Musik habe.
4 None Blondes – Bigger Better Faster More!
Ein Grossteil meiner CD-Sammlung liegt nun gerippt auf Festplatte, darunter auch “Bigger Better Faster More!” von den “4 None Blondes” (Hach, was waren das damals fuer Zeiten…). Leider war die Band mit “Whats up” nur ein One Hit Wonder, denn Linda Perrys Stimme und die Songs sind einfach geil. Zwar muss man “Whats up” aus der Playlist entfernen (ich kann es nicht mehr erhoeren), aber der Rest, insbesonderer mein alter und neuer Lieblingssong der CD “Old Mr. Heffer” rockt.
BB King and Friends – 80
Zu BB King muss man nix sagen, “80″ kam zu BBs 80. Geburtstag raus, darauf unterstützen ihn viele bekannte Freunde wie Eric Clapton, Glenn Frey, Roger Daltrey, Sheryll Crow und Mark Knopfler. Und auch nach dem 10. Durchlauf ist der Thrill aber sowas von noch nicht gegangen…
So, ich hoffe, ich zieh den Coolnessfaktor des Blogs nicht allzuweit runter, aber wenn ich schon gefragt werde….
· nobbie um 16:10 Uhr
Ich kaufe keine Musik mehr. Ich hoere Musik nicht mehr gezielt. Die Zeiten sind vorbei. Fuck the industry.
Mein iPod ist an eine Freundin verkauft, meine sicherlich 1500 iTunes-Songs sind haendisch vom DRM befreit und auf meinem Server hochgeladen, sodass ich sie von ueberall hoeren könnte, wenn ich wollte. Da ich sie nicht weiterverkaufen können darf, kann ich sie ja nur verschenken. Also, wenn ihr was haben wollt, sagt bescheid.
Ich konsumiere Musik nur noch ueber Radio und ab und zu ueber Fernsehen.
Bei mir laeuft eigentlich nur noch Klassik-Radio, weil dort mich kein DJ anschreit, lustige Witze (not) nicht an der Tagesordnung sind und ich bei den Nachrichten nicht permanent meinen Kopf gegen Lenkrad, Tischkante oder Wand hauen muss.
B5-Aktuell, Deutschlandradio und Deutschlandfunk haben ja nicht sonderlich viel Musik im Angebot. Wenn doch, schalte ich um.
Internetradios sind noch nicht auf meiner Agenda: Ich brauche meine gesamte Bandbreite zum Download.
· KaiK um 17:23 Uhr
Natalie Merchant – Tigerlily
Warum ich in letzter Zeit gerade auf diese Frau wieder gekommen bin, weiß ich gar nicht. Sie war einfach da und ich wollte nicht gleich wieder weitertracken. Keine grandiosen Highlights oder tiefschürfenden Texte – soweit ich weiß. Einfach eine klare, schöne Stimme, die mich nebenbei begleitet. Auf mehr achte ich dann nicht.
Nina Hagen – 14 Friendly Abductions
Ave Maria, ich habe sie wieder entdeckt. Nein, eigentlich nie verloren. In den Playlists hier steckt sie mehrfach drinnen und taucht regelmäßig auf. Aber die Lust auf mehr war da und so habe ich die CD “14 Friendly Abductions” kurzerhand fast komplett in eine Playlist genommen. Das Album habe ich schon zu seligen Zeiten gerne gehört und jetzt kann ich endlich problemlos einige der anstrengenden Titel außen vor lassen und, ohne einzugreifen, den Sermon hoch und runter laufen lassen.
Expliziter Verweis auf “My way” und “New York New York”; wer mal etwas ordentliches auf die Ohren bekommen will!
EAV – Café Passé
Der Alpenrock hat mich immer noch im Griff. Nach Ludwig Hirsch und STS jetzt gerade namentlich die EAV.
Geblödelt haben die Leute rund um Thomas Spitzer schon immer, aber in diesen frühen Alben kann man ihnen zusätzlich tiefschürfende Gedanken unterstellen, während sie später diese Gedanken immer öfter mit gewitzten Kalauern vernebelt haben. Noch viel später haben sie entdeckt, dass es neben dem Kalauer noch Klamauk gibt. So recht unterhalten konnten sie mich damit nicht mehr. Loyal und Sammler, wie und der ich bin, habe ich dennoch bis heute jedes Album gekauft. Aber da muss ich durch; überhaupt, ich habe schon peinlichere CDs an Kassen vorgezeigt.
· DenKa um 17:40 Uhr
Die Bevorzugung bestimmter Stücke und Bands ist bei mir im Moment stark durch EBM-Radio beeinflusst. Daher kommt jetzt nur EBM:
- Feindflug – Sehr kräftiger Electro, der daher auch auf Industrialpartys häufig zu finden ist, woher ich das Projekt auch kenne. Und es gibt keinen Gesang.
- Roger Rotor – Turn Off To Mayhem. Beim Hören muss ich immer kichern. Auch kein Gesang, gut.
- The Young Gods – Summer Eyes. Wunderschön psychedelisch. Hat irgendwie was von Pink Floyd Im Usenet hätte ich das jetzt nicht geschrieben!
· Defunct um 18:20 Uhr
Ich bin ein konservativer Hörer. Wenn mir ein Album einer Band gefällt, ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, daß mir auch andere Alben dieser Band gefallen, und ich höre sie dann über einen längeren Zeitraum. Doof hingegen finde ich, aufzuschreiben, was mir an den Liedern gefällt. Musik, die ich höre, hat mich in einer Form angesprochen und auf sich aufmerksam gemacht. Genau darüber nachdenken, warum es ausgerechnet diese Titel/Interpreten/Alben geschafft haben möchte ich eigentlich nicht. In diesem Sinne folgen hier 2 Interpreten aus der “alles von” Kategorie, international.
Belle and Sebastian – alles von
eine schottische Kapelle mit ruhiger, nicht prätentiöser Musik.
Rilo Kiley – alles von
Jenny Lewis and the Watson Twins – Rabbit Furcoat
Jenny Lewis als Sängerin von Rilo Kiley hat ein eigenes Album mit Gospel-ähnlichen Liedern aufgenommen. Die Band Rilo Kiley macht auch Musik und gehört in die Connor Oberst-Ecke.
Als letztes ein einzelner Song, für Airline-Liebhaber:
James Kochalka Superstar – Hockey Monkey
· lysis um 21:55 Uhr
Tom Waits live in Bremen, 26. April 1977
Nicht nur weil der Singlehasser Zonix dort wohnt, sondern auch, weil das das erste Konzert von Tom Waits auf deutschem Boden war. Musikalisch noch ruhiger als seit den 80er Jahren ist das einfach eine wunderschöne Liveaufnahme mit einem gut aufgelegten Tom Waits. Guter Entertainer, der Mann. Isser immer noch, man siehe seinen “VH-1 Storytellers”-Auftritt.
Die Sterne – Räuber und Gedärm
Habe ich zwar erst seit ein paar Tagen, rotiert aber seitdem mit meinem Punkt 3 durch meinen CD-Player. Warum? Na, weil es die Sterne sind, blöde Frage. Bei mir noch nicht so schlimm wie Zonix’ Tomte, aber meine Nachbarn können in ein paar Tagen wahrscheinlich auch mitsingen.
Mogwai – Mr. Beast
Laut. Leise. Laut. Leise. Laut. Viele Stromgitarren, aber auch Piano. Schottenrock mit nix drunter, nicht poppig, aber breitwandig. Auch, damit sich die Sterne-Platte weder bei mir noch bei meinen Nachbarn in die Ohrhaut einbrennt. Das ist so wie das Stück Baguette zwischen zwei Weinen: Es macht das Ohr frei und das Hirn klar. Läuft gerade jetzt.
· range um 22:16 Uhr
Ich fasse mich kürzer, sonst sieht man ja das Blog nicht mehr vor lauter Kommentaren. Daher erwähne ich auch nur kurz die drei zuletzt gehörten CDs.
1. Mozarts Requiem
Einfach großartige Musik
2. Chumbuwamba – Tubthumper
Diese Truppe aus Leeds ist ja etwas versponnen und kann sich immer noch nicht so recht entscheiden zwischen Kommerz und Klassenkampf. Ihre Texte sind zum Teil auch ein wenig wirr und vielleicht noch in verspäteter Thatcher-Opposition verhaftet, aber ich höre ihre Musik trotzdem gerne. Bei live-Auftritten kommen sie übrigens auch recht sympathisch rüber.
3. Irgendwas von Babylon Circus
Habe ich mir angehört, weil mich jemand in ein Konzert von denen mitschleppen wollte. Ich habe mich dagegen entschieden und wurde stattdessen einen Tag später bekanntlich von merkwürdigen Schafen genervt…
· Gorch um 11:10 Uhr am 27.03.2006
Tipp: Anna Ternheim – to be gone
Einfach ein schön verträumtes Stück Musik, das sich wunderbar in meine Winterdepression einfügte. Danke an die Rad-Spannerei für den Tip.
Wiederentdeckung die erste: Massive Attack – Mazzanine
Beim wöchentlichen Großreinemachen hat sich die CD mal wieder in den CD-Player verirrt und sofort wieder begeistert. Ebenfalls Musik die der Winterdepression zuträglich ist, es wird Zeit das der Frühling dem ein Ende setzt.
Wiederentdeckung die zweite: Björk
Hier will ich mich nicht auf ein Werk beziehen, nachdem ich meine Björk-CDs endlich wieder in meinen Einflussbereich zurückgeholt habe, kann ich davon zur Zeit nicht genug bekommen. Mein Soundtrack für den Frühlingsanfang: “Its Oh So Quit”.
· Sven um 11:03 Uhr am 28.03.2006
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