ohne pointe

das wohl patriotischste Blog aus dem Land der Kernspalter und Autobauer

Block B Reihe 9 ist Block G Reihe 21

Wie hier und hier berichtet, habe ich mich gestern in die Niederungen der Kleinkunst begeben. Was heisst Kleinkunst. Pispers Auftritt in Chemnitz war derartig gefragt, dass man ihn von dem kleinen in den grossen Saal verlegen musste. 1828 Leute passen da rein und viel Plaetze waren da nicht mehr frei. Schoen fuer Pispers, schlecht fuer die Platzanweiserinnen, da die Karten jetzt alle falsche Block- und Reihennummern hatten. “Block C Reihe 17 ist jetzt Block D Reihe 9″, in dieser Art musste das jedem gesagt werden. Klappte natuerlich nicht, und so kam es zu zahlreichen “Sie sitzen auf meinem Platz”-Szenen, die mal gelassen, mal aggressiv abliefen. Gruppen von erbosten eintrittskartenschwingenden Leuten umringten die Platzanweiserinnen, die nun ihrereseits wieder zu abgelenkt waren, um Neuankoemmlingen ihre neuen Plaetze zuzuweisen, die dann wieder entgeistert auf besetzte Plaetze stiessen. Selten war die zeit zwischen Einlass und Beginn zu kurzweilig. Dazu kam, dass manche Menschen scheinbar grundsaetzlich Probleme mit Buchstaben und Zahlen haben und auch nach genauer Einweisung falsch sassen.

Mein persoenliches Highlight war der Typ vor mir, der sich ploetzlich mit einem Ehepaar konfrontiert sah, die unbemerkt an der Einweiserin vorbei hereingekommen waren und nun auf ihre Plaetze beharrten. “Wir haben Block C, Reihe 1, Platz 17, und Sie?” “Block A Reihe 5 Platz 17″ “Aber dann sind sie hier ja falsch” “Nein, ich sollte mich hier her setzen” Unglaeubige und misstrauische (spaeter auch hasserfuellte) Blicke musterten den Aermsten, der sich der daemlichen Situation bewusst war. Schliesslich wurde auch das Problem von den unter Hochdruck arbeitenden Anweiserinnen geloest.

Ich sass in Reihe 2 und hatte einen tollen Blick, leider klappte der illegale Mitschnitt mit dem Voicerecorder nicht. Schade. Pispers war wie erwartet gut und ich fand es nett, als er am Ende die Leute aufforderte, nicht immer nur zu Leuten zu gehen, die sie aus dem Fernsehen kennen sondern auch unbekannten Kabarettisten eine Chance zu geben.

nobbie am 01.04.2006 um 12:02 Uhr

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