ohne pointe

das wohl patriotischste Blog aus dem Land der Kernspalter und Autobauer

Archive for Mai, 2006

28. Mai 2006

Vorwarnung

Ich möchte an dieser Stelle nur einmal kurz darauf hinweisen, daß ich für den Sommer die Fotoaktion “d’ohp-Autoren in trendiger Badewäsche” plane. Ihr solltet also schon mal anfangen, Eure Körper in einen präsentierbaren Zustand zu bringen.

Danke.

CoBi um 22:27 Uhr

gsd gibt es Photoshop…

· nobbie um 22:32 Uhr am 27.05.2006

@CoBi: Flick nie Flickr!

@nobbie: Ich werde mir Brad Pitts Kopf auf den Leib schneidern. In his face!

· KaiK um 22:29 Uhr

“Badewäsche” ist was für Leute, die Filme gucken.

· lysis um 22:29 Uhr

Du kannst auch gern nackt posieren. Vielleicht mit Deinem rostigen Rad zwischen den Schenkeln?

· CoBi um 22:43 Uhr

Jetzt weiß ich endlich, wofür ich jeden zweiten Tag um die Häuser renne.

· Gorch um 10:40 Uhr am 29.05.2006

Als Trendterrier propagiere ich diesen Sommer Solidarität und trage schwarzen Schleierzwirn. Unerkannt ins Märchenland.

Auch wegen nach der Fußball-WM.

· DenKa um 14:25 Uhr am 29.05.2006

Hobby: Filme kucken

Diesen Sonntag kehren wir mal wieder zu den Wurzeln der Fragerei zurück und beschäftigen uns einfach nur mit Filmen. Ohne Twist und doppelten Boden.

Welche drei Filme der letzten zwei Monate (egal ob im Kino oder im Fernsehen gesehen) möchtest Du dem geneigten Leser entweder besonders ans Herz legen, oder explizit davor warnen?

Zur Erinnerung: Schillerstraße und Tagesschau sind keine Filme. King Kong überraschenderweise dann doch.

CoBi um 12:40 Uhr

uhmm, Filme. Da waren fast nur Wiederholungen auf DVD:

French Connection
Ziemlich harter Polizeifilm aus den 70ern, der auf wahren Tatsachen beruht. Als der Cop Popeye Doyle (Gene Hackman) in einer Bar auf einen Typen aufmerksam wird, der mit Geld um sich schmeisst, ahnt er noch nicht, dass er damit einen Drogenschmuggel groesseren Kalibers aufdecken wird. Regisseur William Friedkins empfehlenswerter Audiokommentar erzaehlt von dem echten Fall und von den Dreharbeiten in New York, die damals noch recht unkonventionell von statten gingen. Stauszenen auf der Brooklynbridge? Da stellten Filmleute mal schnell paar Autos quer. Die berühmte Jagd unter der Subway? Kaum Sicherheitsvorkehrungen und im laufenden Verkehr gedreht. Fahrlaessig und heute undenkbar. Trotzdem geiler Film. Friedkin drehte später quasi eine zweite Version des Films, vieles aus „French Connection“ erkennt man in „Live and Die in LA“ wieder.

Black Hawk Down
Wie in Apocalypse Now bewohnen auch BHDs Brust 2 Seelen. Die eine zeigt den lustigen Soldatenalltag, Hubschrauberfluege zu passender Musik, coole Sprüche. Kennt man aus zig Vietnamfilmen. Die andere Seele ist dunkler, aber auch unscheinbarer, zeigt aber sie Sinnlosigkeit, die Ohnmacht und das Krieg kein Spiel ist. Leute fallen nicht einfach um und sind tot. Sie bluten und schreien. BHD beruht auch auf wahren Begebenheiten (US-Armee will in Somalia Aidid festnehmen, die Aktion gerät ausser Kontrolle, Aidids Anhaenger schiessen zwei Black Hawk-Hubschrauber ab, in der Stadt kommt es überall zu Gefechten), Ridley Scott (Regie) und Jerry Bruckheimer (Producer) kümmerten sich aber imho zuviel um die tollen Bilder als um Ausgewogenheit. Schliesslich machte auch die US-Armee ihre Unterstützung von einigen Aenderungen abhängig. Trotzdem bleibt es ein toller Film mit makellosen Bildern und einem beeindruckendem Soundtrack, der einem wenigstens hin und wieder die Kehle zuschnürt.

Müllers Büro
Gute Ösi-Filme sind selten (sry Heidi), aber dafür ist Müllers Büro ein Volltreffer. Eine Art Film noir mit Breakdanceeinlagen, Gesang und der Sorte von Humor, für die man eigentlich einen gewissen Alkoholpegel benötigt. Wenn man all das mag, wird Müllers Büro zum Lieblingsfilm. Zur Handlung: Als Max und Larry, zwei marlowsche Privatdetektive von der unbekannten Schönen den Auftrag erhalten, jemanden zu suchen, geraten sie in Gefahr und Bandenkriege. Naja, ok, die Handlung ist nicht wahnsinnig originell. Dafür gibt es einen umwerfenden (und gesungenen!) Orgasmus von Barbara Rudnik (die sich auch sonst im Film recht freizügig gibt), jede Menge schräger Gesangseinlagen und einfach denkwuerdige Szenen:

__Pointenspoiler__

Max besucht seine Lieblingsprostituierte und fällt regelrecht über sie her. Anschliessend fragt sie einigermassen geschafft: „Boah, was war das denn?“ Max: „Das war ein Orgasmus, Baby„ Sie: „schlecht fuer Dich, das kostet 500 extra“ Er: „???“ Sie zeigt auf die aushaengende Preisliste, auf der „Orgasmuszuschlag: 500“ steht.

Oder Larry, der endlich mit Maxi im Bett landet. Sie singen „Ich will mehr, gib mir mehr…“. 2.Runde, sie singt „ich will mehr, gib mir mehr“, Larry laechelt verzaubert. 3 Runde, sie singt, er hebt voellig fertig kurz den Kopf und laesst ihn wieder fallen.

Ok, ich war damals noch recht jung, als ich den Film erstmals im (DDR!)-Kino sah. Vielleicht liegt es daran, dass es fuer mich bis heute ein Kultfilm ist

· nobbie um 14:29 Uhr

Na dann nehmen wir uns mal drei Filme der letzten zwei Monate vor und empfehlen die folgenden:

Stay

Als Therapeut Sam Foster eine Kollegin vertritt, trifft er auf Henry Letham. Ein junger leicht verstörter Mann, der ihm unverholen ankündigt an seinem 21. Geburtstag Selbstmord zu begehen. Bis dahin sind es nur noch wenige Tage und Sam sieht sich in der Pflicht Henry von seinem Plan abzubringen. Doch je mehr sich der Zeitpunkt nähert, um so verwirrender wird die Welt um Sam. Merkwürdige Zufälle paaren sich mit widersprüchlichen Vorgängen. Wer ist hier eigentlich Therapeut und wer Patient?

Eine wunderschöne Produktion die sich dem Thema Realität und Wahnsinn widmet. Was ist echt und was nicht. Der Film bietet eine excellente Besetzung und ein ausgeklügeltes visuelles Konzept, welches die Handlung sehr geschickt unterstützt, was sich aber natürlich wie immer nicht sofort offenbart. Der Film arbeitet kontinuierlich auf den Selbstmord zu und bietet einen Abschluß, der all die verwirrenden Momente erklärt, ohne einen Deus ex Machina präsentieren zu müssen. Da schaut man den Film auch gern ein zweites Mal.

Nacktschnecken

Was machen zwei östereichische Stundenten, die chronisch Pleite sind? Sie stimmen bereitwillig dem Plan ihrer Freundin zu, doch mal eben einen Porno im Haus ihrer Eltern zu drehen. Nun beginnt erwartungsgemäß die Tour de Force von Casting, verpatzten Szenen und all den menschlichen Problemen, wenn die Hauptfiguren mehr für einander empfinden, als nur professionelles Interesse. Garniert wird das Ganze dann noch mit den üblichen durchgeknallten philosophischen Exkursen, wie man sie von zugedröhnten Studenten höherer Semester kennt.

Der Film ist schon etwas skuril und man braucht etwas Zeit um sich mit dem Alkohol Geparden zu können. Aber die Figuren sind durch und durch menschlich und die dargebotene Tragik läßt einen schnell mitleiden. Und natürlich gibts dann immer wieder jede Menge deftige Zoten und handfeste Action damit der Film am Ende askjdui df j asdhtz erwe jfsdfh!

Requiem

Die unter Epilepsie leidende Michaela geht gegen den Willen ihrer Mutter nach Tübingen. Sie will nicht weiter in nutzlosen Therapien versauern, kein weiteres Jahr ihres Lebens verlieren. In Tübingen blüht das wohlbehütete Mädchen auf. Neue Freunde und Erfolge im Studium bestärken sie in ihrer Entscheidung. Doch die Freude währt kurz, als die Anfälle zurückkehren. Doch vielmehr Sorge bereitet Michaela, daß es keine reinen Anfälle mehr sind. Das streng gläubige Mädchen beginnt Stimmen zu hören und Fratzen zu sehen. Und ihre Welt bricht vollends zusammen, als sie sich unfähig sieht ihren Glauben auszuüben.

Da ich bereits im Sneak den Exorzismus der Emily Rose gesehen hatte, war es natürlich interessant wie Hans-Christian Schmid das Thema umgesetzt hat. Im Gegensatz zur Hollywood-Verfilmung der auf einem wahren Hintergrund beruhenden Geschichte, verzichtet Schmid auf Special Effects. Weder hören wir stimmen, noch sehen wir die Fratzen unter denen sie leidet. Stattdessen entführt uns Schmidt in die tiefen 70er Jahre. Sowohl durch eine unglaublich authentische Ausstattung als auch entsprechende Bildästhetik. Dokumentarfilm wäre überzogen, aber all das wirkt verstörend echt. Sehr, sehr beeindruckend.

· CoBi um 15:44 Uhr

Es tut mir so leid, hab wirklich nix geguckt.
Ich Boy George das hier ehrlich nicht

· KaiK um 16:23 Uhr

wieso sorry, cobi?
ich bin ganz deiner meinung! ;-)

· Almi um 20:53 Uhr

Hm, schwierig so ganz ohne konkrete Themenvorgabe. Ich mach mir mal selbst eine: “Komplizierte Filme, die alles können”.

The Eternal Sunshine of a Spotless Mind
An diesem Film stimmt einfach alles bis auf den blöden deutschen Titel “Vergiss mein nicht”. Ein Jim Carrey, der nicht nervt, eine trashig-liebenswerte Kate Winslet, die nicht sin(g|k)t, ein Eliah Wood, der ein Arschloch spielen muss und eine Kirsten Dunst, die bekifft in Unterwäsche… keine Spoiler!

Kompliziert ist der Film eigentlich nicht, aber was das Duo Kaufman/Gondry hier schreiben und filmisch umsetzen, ist doch etwas mehr als ein gradliniger Handlungsverlauf. Zusammenfassen will mir jedenfalls in zwei, drei Sätzen einfach nicht gelingen. Intelligente Liebesgeschichte wäre eine zutreffende Bezeichnung. Gepaart mit wunderbarem Low-Tech-SciFi. Optisch wundervoll verpackt.

Fight Club
Müßig, diesen Film vorzustellen, gehört er doch zum Repertoire des anspruchsvollen Filmfreaks. David Fincher gelingt ein zutiefst faszinierendes surreales Werk, in dem unser eigentlich namenloser Held Jack (Edward Norton) eine zutiefst einschneidende Begegnung mit einem gewissen Tyler Durden (Brad Pitt) macht, der so ziemlich den genauen Gegenentwurf des langweiligen Lebens von Jack verkörpert. Dann ist da noch Marla (Helena Bonham-Carter) und es entsteht eine ungewöhnliche Dreiecksbeziehung mit besonders spitzen Winkeln.

Man darf den Film gerne mehrfach schauen und sich einen Aspekt rauspicken. Die Liebesgeschichte, die vielleicht überinterpretierte Faschismuskritik, die Prügelszenen (ok, wer nur die gucken will, soll Mortal Kombat schauen – Fight Club ist wirklich alles, nur kein Prügelfilm). Der Film sieht unter allen Aspekten wahnsinnig gut aus. Und endlich ein Film, der bewusst auf fotorealistische CGI verzichtet, die den Zuschauer sonst zunehmend langweilt. Hier darf man sehen, was echt ist und was nicht.

Ich kenne keinen anderen Film, der derartig vor visuellen und erzähltechnischen Ideen sprüht, ohne dabei in die Knie zu gehen.

Komm süßer Tod
Anscheinend war die Aufgabe ja, zwei Filme und einen aus Ösiland zu nennen, deshalb also dieser Ausreißer. Der Film ist nicht kompliziert und kann auch nicht alles. Aber vieles.

Allein das Expose, dass es um einen handfesten Bandenkrieg zweier verfeindeter Rettungssanitätergruppengeht, die sich gegenseitig die lukrativen (Todes-)fälle streitig machen, löst gewöhnlich Gelächter aus. Und der Film hält, was er verspricht. Rabenschwarz wird hier mit feinstem Ösi-Dialekt während der Dienstzeit alles getan, außer den wirklich Bedürftigen zu helfen. Bernd-Michael Lade gibt einen wunderbar ekeligen Piefke, Josef Hader brummelt sich zielsicher seiner unehrenhaften Entlassung entgegen und Barbara Rudnik ist ein wundervolles Objekt der Begierde.

Irgendwo in der zweiten Hälfte erleidet der Film einen kleinen Hänger, von dem er sich nicht mehr so richtig erholt. Und trotzdem gelingt es, die Absurdität der vorhergehenden Handlung zu einem versöhnlichen Schluss zu geleiten. Eines möchte ich nach diesem Film jedoch nicht mehr: in Österreich auf medizinische Hilfe angewiesen sein.

· Zonix um 21:07 Uhr

@Almi

bitte nicht mich und nobbie verwechseln. Das sollte doch wirklich nicht schwer sein. Und nein, kommt mir jetzt niemand damit, daß wir den gleichen Akzent haben!!!11

· CoBi um 21:29 Uhr

ooops, sorry – ich blogge zum ersten mal.

ist das eine annehmbare ausrede?

· Almi um 21:42 Uhr

  • Trans Amerika Express
  • Zeitlos gut. Erfüllt gleich drei Wünsche auf einmal: Spannung, Spiel und Schokolade (Richard Pryor).

  • The Day After Tomorrow
  • Das Premiereabo muss ja auch weggeguckt werden. Grausam. Nicht anders zu erwarten bei Emmerich. Und vor allem nix für Physiker. Der Fernseher, auf dem ich die Aufnahme gesehen hatte , kann nicht auf 16:9 umschalten, was dem Film aber auch nicht mehr geschadet hat.

  • I Heart Huckabees
  • Wenn mir Iesy schon einen Gutschein schenkt, dann will der sorgfältig verwendet werden. Die Wahl fiel auf diesen Film, der vernommenen Kritiken wegen. Zu recht. Wunderschön eigenwillig. Und Schokolade.

Bridget Jones 2 ist noch zu gucken, liegt aber als Aufnahme vor (falls das jemand fragen wollte).

· Defunct um 22:27 Uhr

Ich merke gerade, daß eindeutig zu wenig Zeit für Kino war in der letzten Zeit.

1. Empfehlen kann ich uneingeschränkt Das geheime Leben der Worte, auch wenn der verlinkte PR-Text offenbar von jemandem geschrieben wurde, der den Film überhaupt nicht gesehen hat:

“Ein einsamer rauer Fleck, irgendwo im Graublau des Atlantik.”

Quark. Die Plattform liegt in Sichtweite der englischen Küste.

Die beiden Hauptdarsteller spielen einfach ganz wunderbar und die fast verlassene, reichlich schäbige Ölbohrplattform bietet der Handlung so manchesmal ein schräges Moment. Zuweilen kommt der Film irgendwie britisch rüber, obwohl er das eigentlich ja gar nicht ist.

Explizit warnen möchte ich vor den beiden TV-Serien

2. Tagesschau und

3. “Schillerstraße”

denn die sind beide keine Filme.

· Gorch um 11:02 Uhr am 29.05.2006

Hotel New Hampshire

Es geht die Kritik um, dass John Irvings Romanvorlage besser, besser und besser ist und der Film alles weglässt, verdreht und unverständlich ist. Die kann mich mal.

Vielleicht der erste, anspruchsvolle Film, den ich außerhalb der Schule als Teenager gesehen, geliebt und verstanden habe; zumindest irgendwie. Vor ein paar Tagen gekauft, dann zum dritten Mal oder so gesehen und anders verstanden. Jugendliche sind so selbstgerecht.

Mir ist Irving schnuppe, ich kannte damals das Buch nicht, kenne es heute nicht. Eine der wenigen Fälle, wo mir der Film reicht. Der gefällt mir, ist wunderbar angefüllt mit Tragik und Komik und auch ohne tiefenanalytisches Verständnis interessant.

Zu bestaunen gibt es die ewig und damals überhaupt junge Jodie Foster, die so frei und unbekümmert schauspielert, dass sie sich auf immer in mein weiches Teenager-Gehirn brannte. Ins blutende Herz natürlich auch.

Daneben Nastassja Kinski … deutsche Jodie Foster. Ist das zuviel? Quatsch, Jugenderinnerungen sind einfach die eindrucksvollsten. Kinski ist in dem Film einfach subärb.

Im Nachhinein gesehen liefern auch Rob Lowe und Beau Bridges anerkennenswerte Leistungen.

A family coming of age. So falsch und so richtig wie jede andere Zusammenfassung.

Die Dolmetscherin

Standardfilm: Action, Krimi, Drama, Liebe. Nichts aufregendes, nichts schlechtes. Sean Penn liefert eine solide Leistung.

Warum ich mir den Film nach dem Ausleihen jetzt auf DVD gekauft habe, ist Nicole Kidman. Die Frau entwickelt sich von langweilig, blass und whatever zur umwerfenden Mimin und Filmträgerin. Anfangs habe ich diesen Quatsch anderen Filmsehern nicht glauben wollen und sie weiterhin gemieden. Vor einiger Zeit habe ich mich dann doch zu ihr durchgerungen und seitdem zieht sie mich selbst durch Filme, die ich sonst im Schnelldurchlauf beendet hätte.

Sie hat sich ihren Platz neben Julianne Moore und Jodie Foster redlich erspielt.

Und die kleinen, unterhaltsamen Momente nebenbei beschert Catherine Keener. Mehr von ihr. Darum steht auch schon “Full Frontal” im DVD-Regal. Okay, wegen Mary McCormack natürlich auch.

Der Eindruck, dass ausschließlich Frauen meine Filmauswahl diktieren, täuscht. Ich mag’s auch billig:

Haute Tension

Kurz zuvor darüber gelesen, gute Kritiken, also spontan das Angebot im Media-Markt gekauft.

Nett. Weil es aber ein Horrorfilm sein soll, ist das ein armseliges Fazit. Grusel, Mitgefühl, Spannung, Angst – bleibt alles früh auf der Strecke. Da gräbt man die Finger allenfalls ins Sofa, weil man die Fernbedienung sucht.

Ganz dämlich ist er nicht und mehr als die genreüblichen Lücken und Ungereimtheiten gibt es auch nicht, aber Frankreich hat bessere Darsteller. Deutlich bessere. “Hübschere” verkneife ich mir auch nicht.

Den Twist am Ende habe ich mir irgendwie selbst verdorben. Ein später produzierter Thriller, den ich leider am Tag zuvor gesehen hatte, nutzt die gleiche Idee. Und nimmt so den Überraschungseffekt. Im Hinterkopf ahnte ich so zu früh den Dreh. Weil die Umsetzung selbst nicht viel ausgleichen kann und die Idee auch schon bei Haute Tension keine neue mehr war, bleibt ein wenig Splatter und sonst nichts.

· DenKa um 15:51 Uhr am 29.05.2006

» Es gibt eine externe Bezugnahme.
27. Mai 2006

Handwerkliches

Regelmaessig bekomme ich Tobsuchtsanfaelle, wenn Leute ohne Ahnung sich an handwerklichen Arbeiten (vergeblich) versuchen. Vielleicht muss man ja auch selbst einen handwerklichen Beruf haben, um die Arbeit anderer richtig zu respektieren. Ich jedenfalls schraube nicht an meinem Auto rum, nicht an Steckdosen, an meinem Blinddarm oder an den komplizierteren Teilen meines Computers. Wozu gibt es Profis die am Ende auch nicht so teuer sind wie befuerchtet?

nobbie um 22:17 Uhr

Wem klagst Du das. Wenn ich daran denke was in der IT tagtäglich alles neu erfunden, resp. welche Fehler im Minutentakt wiederholt werden, nur weil es um Computer geht. Da braucht man ja keine Ausbildung. Das kann ja jeder.

· CoBi um 22:55 Uhr

Ich schraub ja manchmal lieber selber am Computer als das Ausgebildeten zu überlassen (“Also, mir hat man beigebracht, dass es egal ist, wierum man die LEDs auf das Motherboard aufsteckt”). Ahnung bekommt man von manchen Sache nur dadurch, dass man sie tut. Meinen Kram darf ich ja wohl noch kaputtmachen, wenn ich will. Solange ich damit niemanden gefährde. Deswegen bringe ich mein Auto in die Werkstatt. Den Rechner reparier ich selbst. Ohne Ausbildung. Die hätte ich damals auch gar nicht machen können, schliesslich mussten sich die Ausbilder erstmal selbst ausbilden.

· Defunct um 00:41 Uhr am 28.05.2006

Ausgebildeter ist nicht gleich Profi. Ein Ausgebildeter hat etwas gelernt, ein Profi beherrscht etwas.

· nobbie um 02:04 Uhr am 28.05.2006

Nicht unbedingt, er macht es halt beruflich. Profipfusch gibt es leider auch viel zu häufig. Vielleich bräuchte man dafür eine andere Bezeichnung, wie wär’s mit “Abzocker”?

· Defunct um 12:29 Uhr am 28.05.2006

Hmm, das klingt nach dem nächsten “Bauch-Weg-Trainer” der am Ende doch nicht hilft.

· CoBi um 12:34 Uhr am 28.05.2006

Hintergrundinformationen

Ein jugendlicher Irrer rennt in Berlin rum und das erste, was die Medien zur allgemeinen Erleichterung mitteilen zu haben, ist, dass der Täter keinen Migrationshintergrund hat. Was für ein Glück. Obwohl es um die Tatzeit schon sehr dunkel war, hatten die Opfer auch mehrheitliche keine dunkle Hautfarbe. Der so fehlende Rechtshintergrund sorgt für den nächsten erleichterten Stoßseufzer.

Nicht einmal ein Vereinigungshintergrund scheint möglich, kommt der mutmaßliche Täter doch aus Neukölln. Das ist zwar auch bitter, aber nicht Osten. Wirklich bitter dagegen, dass anscheinend eines der ersten Opfer HIV-positiv ist.

Können wir nicht mal akzeptieren, dass jemand, der Leute mit einem Messer piekst, zunächst einmal ne Menge Scheiße im Kopf hat und das man sowas nicht tut? Nie nicht. Egal mit welchem Hintergrund? Danke.

Und nun warte ich gespannt auf den morgigen Sonntag, an dem die Herren Schäuble, Beckstein und Co. vor dem Hintergrund der drohenden WM die nächste todsichere Methode zur frühzeitigten Erkennung von Amokläufen verkünden werden.

Zonix um 20:31 Uhr

Ich finde, unsere Gesetzgeber sollten endlich mal Naegel mit Koepfen machen und Amoklauf verbieten…

· nobbie um 22:19 Uhr

Spätestens Montag findet jemand heraus, dass der Typ Brot aß und exzessiv Fußball schaute.

Das war’s dann mit Brot & Spiele in Deutschland.

· DenKa um 22:54 Uhr

Google Maps domain style

Was man nicht so alles rausfindet, wenn man im Tran mal die Browser-Eingabezeile mit der von Google Maps verwechselt:

Google Maps domain style

Die Suchfunktion von maps.google.com schluckt auch etwas, was man “domain style” nennen könnte. Tippst sich jedenfalls angenehmer als das “Foostadt, Germany”, was die Google Maps-Hilfe vorschlägt.

Das ganze lässt sich bis auf die Ebene der Hausnummern herunterbrechen. Z.B.

Oder auch nur die Straße, eine Postleitzahl oder die Stadt:

Neat, oder?

Zonix um 19:15 Uhr

Smackpad

Geht auch mit IBM

(proof of concept)

Defunct um 17:56 Uhr

Hund am Strand (und andere Bands)

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CoBi um 13:09 Uhr