ohne pointe

das wohl patriotischste Blog aus dem Land der Kernspalter und Autobauer

Abt.: Jugendkultur
Melt! Festival 2006

Irgendwie hatte ich dieses Jahr mal Laune auf ein Festival und irgendwie hat mich das Wort Ferropolis auf einem Flyer stutzig gemacht. Das Ferropolis ist eine Art Freilichtmuseum mit ganz, ganz großen Baggern. Also so richtig groß. Und seit 1999 gastiert in der dortigen Amphie-Arena inmitten der fünf Metallriesen das Meltfestival.

Nun gut, ich war nur einen Abend da, was schlichtweg mit einer allgemeinen Unlust zu campen zu begründen ist und einem mich eher weniger interessierenden Line-Up am Samstag. Aber dafür hatte es der Freitag auf der Mainstage in sich:

Art Brut

Art Brut hatte ich bereits bei Kuttner On Ice 2 live erlebt und ehrlich gesagt machte der Auftritt unter freiem Himmel noch viel mehr Spaß. Weniger Qualm und mehr Fluchtplatz für die nicht pogende ältere Generation. Harter Schrammelrock mit viel Text und eher weniger Melodie. Gespielt wurde erwartungsgemäß das aktuelle Album (inkls. Kylie Minogue Cover) und auch was aktuelle aus dem Studio.

Beim beschließenden Top Of The Pops wurde wieder mal das Line-Up des Abends integriert, allerdings übersprang Eddie mal eben die Pet Shop Boys, bevor er sie doch noch alibimäßig nachschob. Hmm, was es damit wohl auf sich hat?

Meltfestival 2006: Art Brut / Phoenix

Phoenix

Mit Phoenix wurde dann die pogende Menge etwas ruhige und die Musik deutlich melodischer. Wobei ich immer noch so meine Probleme habe den Sänger zu verstehen und den ein oder anderen Titel auseinander zuhalten. Irgendwie gibts da Melodie-Cluster. Ändert aber nichts daran, daß es unglaublich viel Spaß gemacht hat und die eine Stunde und fünf Minuten des Sets wie im Flug vergangen sind. Toll.

Pet Shop Boys

Nachdem wir uns für Phoenix schon in Richtung Bühne vorgearbeitet hatten, standen wir bei den wohl ältesten Teilnehmern des Festivals ganz vorne und dann auch noch fast mittig. Schließlich bekommt man bei den Pet Show Boys nicht nur gute Musik auf die Ohren, sondern auch was auf die Augen. Und ich muss sagen, daß mich die Bühnenshow sehr beeindruckt hat. (Bilder folgen in den nächsten Tagen.)

Musikalisch began der Auftritt mit Titeln des aktuellen Albums und arbeitete sich dann im Laufe der Nacht immer mehr zu den Klassikern vor. Es ist schon amüsant, wenn man überlegt das man zu dem ein oder anderen Titel vor vielen, vielen Jahren im Ferienlager das Tanzbein geschwungen hat und hoffte, daß es nicht allzu peinlich aussah, wie man sich da bewegte.

Am Ende kann ich mich dann allerdings doch nicht so recht vor der Frage drücken, ob Neil nun wirklich live gesungen hat und Chris nicht einfach nur an seinem Keyboard die Hände bewegte. Auf der anderen Seite ist das Scheißegal. Es war eine geniale Show, bei der es mir völlig egal war ob nun live, playback oder was auch immer.

Melt Festival 2006: Pet Show Boys / Mia.

Mia.

Inzwischen war es zwei Uhr geworden und man könnte eigentlich so langsam an den Heimweg denken, wenn da nicht noch Mia. kommen sollten. Und da fährt man ja nun wirklich nicht nach Hause. Und wenn man schon mal vorne steht, dann bleibt man da auch stehen. Im Nachhinein nicht die intelligenteste Entscheidung des Abends.

Also natürlich war es toll Mieze aus nur wenigen Metern Entfernung bei ihrem fulminanten Auftritt zuschauen zu dürfen, aber nach dem Hör- und Seherlebnis der Pet Shop Boys, begann nun der haptische Teil des Abends. Tausende kleine Mädchen und Jungen rüttelten und schüttelten sich extatisch ohne Rücksicht auf die ältere Generation zu nehmen. Da heißt es Fußspitzen nach innen klappen, damit man später noch was hat, mit dem man zur Not zutreten kann.

Musikalisch gabs Nostalgisches wie Factory City und natürlich die Hits der letzten Jahre. Und als Zuckerl schon mal den Titel Zirkus aus dem neuen Album. Es war dann doch spät geworden, aber es hat sich gelohnt. Auch, wenn mir heute alle Knochen weh tun und ich wohl lauter blaue Flecken an Armen und Rücken habe.

CoBi am 15.07.2006 um 19:24 Uhr

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