Sonntagsfrage
Nochmal bitte!
Wir alle kennen diese Momente im Leben, die man nie vergessen wird. Und das ist dann eigentlich auch das Problem. Erinnerung. Man ist nie wieder in der Lage etwas nochmal zu erleben, weil man bereits weiß was kommen wird. Schrecklich.
Welche *drei* Momente in Deinem Leben würdest Du gern noch mal so erleben wie beim ersten Mal? Den ersten Kuss? Der Nervenkitzel des ersten Kaugummiklaus? Oder was viel banaleres?
Ich lege dann schonmal mein Blitzdings bereit.
Tut mir leid, dass es laenger gedauert hat, ich musste zum Tierarzt, meine Maus… naja.
Ganz oben auf dieser Liste steht fuer mich die Wende. ich war 1989 22 Jahre alt und viel zu idealistisch. Nach so vielen Jahren erduldeten Sozialismus und der Angst vor den Konsequenzen bei evntl Ungehorsam war die Zeit um 89 ein Rausch. Die erste unorganisierte Demo vorm Rathaus, bei der ein paar scheinbar mit der bisherigen Gesamtsituation Unzufriedene (leere) Bierflaschen gegen das Rathaus warfen und die ängstlichen Blicke des Parteigesocks aus den Fenstern entschaedigten mich fuer vieles. Damals ging man aber noch von einer neuen DDR aus, dass das Restvolk sich mit Bananen so ueber den Tisch ziehen lies, war bitter. Diese wirklich geile Zeit nocheinmal mit allem verlorengegangenen Idealismus zu erleben, waere schon toll.
Und dann gibt es natuerlich ne Menge Filme, die man nochmal geblitzdingst sehen moechte. Oder nochmal am Grand Canyon stehen und die Augen aufmachen. Hat man das erstmal gesehen, ist es ja nichts besonderes mehr. ColinMcRae mit der eben eingebauten 3dfx-Karte spielen oder HaPes Beatrixe im TV sehen. und und und…
Wer denkt sich eigentlich so daemliche Fragen aus?
· nobbie um 16:48 Uhr
Verschwitzt, erledigt und übermüdet aus dem Flughafen zum Taxi schleppen und nach Manhattan reinfahren. Im Grunde ist es auch egal, von welcher Ecke aus kommend, aber einfach noch mal dieser Anblick, dieses Gefühl von Leben, von Großstadt – einsam und hektisch, von neuer Heimat, von Zuhause, das gefundene Paradies auf Erden. Nie wieder hat mich etwas so gepackt, so fasziniert und so tief im Innersten berührt. Dieses unheimliche Gefühl, so unerwartet das gefunden zu haben, was immer herzzerreißende Sehnsucht und unbekanntes Ziel war.
New York City – meine Seelenverwandte.
So oft dort gewesen, aber jede spätere Ankunft hatte nie wieder diesen einen jungfräulichen Moment.
… Verdammtes Blog, jetzt bin ich völlig hinüber und Fernweh plagt mich. Kein Arsch in der Hose … bald dreißig und trotzdem noch nicht dorthin umgezogen … muss was ändern
Wo ist der Lottoschein …
· DenKa um 18:34 Uhr
Da gibts bei mir mehrere passende Momente. Um erstmal am Thema vorbeizuschreiben: Der erste Kuss gehört definitiv nicht dazu. Der war eher merk- als denkwürdig.
Das erste Mal eine orientalische Stadt zu betreten, war ein Erlebnis, das mich ziemlich umgehauen hat und das man so intensiv danach nicht mehr erleben kann. Morgens in Berlin am Flughafen gefrühstückt, dann in den Flieger nach Agadir gestiegen, dort schnell an den Neckermann-Bussen vorbeigelaufen und in einem hässlichen Nest namens Inezgane den nächstbesten Bus nach Taroudant genommen. Nach vielen Stunden Schleichfahrt in dem altersschwachen Gefährt taucht die komplett ummauerte Stadt im Abendlicht auf. Auf dem Fußweg ins Zentrum begegnen uns mehr Eselkarren als Autos. Beim Ruf der Muezzine von einigen Dutzend Moscheen gibt es den ersten der in Marokko omnipräsenten Pfefferminztees und Abendessen.
Ähnlich eindrucksvoll, aber nicht ganz so intensiv war der erste Eindruck von Asien ein paar Jahre später.
· Gorch um 16:15 Uhr am 01.08.2006
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