Trick or treat
This is life. Take it or leave it.
Flache, lange Steinstufen. Das Gebäude dahinter steht vor der Sonne, legt einen kalten Schatten auf die Stufen. Zu Füßen der Stufen ist Platz für einen Streifen warmer Herbstsonne. An der Schattenkante wächst schon die nächste Betonwand empor. Reine Tristesse in der eine junge Frau im Sonnenstreifen sitzt.
Ihre Hände fahren über die Betonwand vor ihr, langsam, schnell, wartend. Mit roter und blauer Kreide entsteht ein verzerrtes Gesicht, breitet sich aus, ein zweites gesellt sich daneben. Ganz nah klebt sie an der Mauer, zeichnet, wischt Leben in das graue Mauerwerk.
Hin und wieder kommen Leute vorbei. Einzelne, die nur verhuscht hinüber schielen, Gruppen, die mutiger sind und starren, lachen, zischen.
Sie steht jetzt, gibt den Gesichtern Konturen. Und lehnt sich dann an sie an, rutscht die Wand hinab. Hockt mir gegenüber und grinst.
“Wenn ich hier sitze und male, ist mir das außen um mich rum scheiß egal. Ist mir egal, ob da wer nervt oder ob ich irgend ‘ne Pflicht hab.”
So ein Lachen.
“Man muss die Zeit anhalten. Das ist alles. Das ist der Trick.”
Dann ist sie weg. Aufgesprungen, hinter mir im Gebäude verschwunden.
Es gibt so Frauen, die gehen mir nicht aus dem Kopf.
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