Da darf man einfach nicht zamperlich sein,
wenn man im östlichsten Hochzentrum der Faschingskultur lebt.
Da denkt man ja eigentlich man ist hier weit genug weg von der rheinischen Zwangsbespaßungskultur, aber da täuscht man sich gewaltig! Auch hier ziehen Züge von Menschen am Haus vorbei und erklären mit Blasmusik den Kampf der Humorkulturen.
“Jetzt kommen die lustigen Tagen” schmetterte mich heute morgen um halb 10 aus dem Bett!
Nix da! Ich mache bei dem Scheiß nicht mit. Geht Eure Eier doch woanders klauen! Und besaufen schafft die Landbevölkerung doch auch so. Da muss man nicht irgendwelchen Bräuche wie zampern vorschieben!
Geht doch rüber, wenn ihr lustig sein wollt. Hier gibts nicht zu lachen!
Generationen und andere Mitmenschen
Sollte ich als Jugendlicher Erwachsene in der Abgeschiedenheit des öffentlichen Raums derart genervt haben, wie mich mittlerweile manche Jugendliche dort nerven, dann hier meine kreuzbrave Abbitte.
Ach Quatsch, lieber anders: Wer so bescheuert ist, am Zeugnistag und letzten Schultag vor den Ferien erst U-Bahn zu fahren, dann mittags im McDonald’s zu essen und danach einzukaufen, der darf sich nicht über Horden von Müttern mit Kindern auf dem Belohnungstrip, Cliquen von schrillen Schülern oder orientierungslosen Vätern mit Nachwuchs beim Einkaufen ereifern, sondern sollte zu den besonders reißfesten Kondomen greifen und sich ansonsten zu Hause von der Realität abschotten.
Und das besser gleich bis Aschermittwoch. Die bitterernste Spaßfraktion der Kostümierer und Auf-den-Punkt-Narren kann dieser Tage selbst in München kaum mehr einhalten.
Zapping International
Nimmt man die Sendung eigentlich zu sehr beim Namen, wenn man man uninteressante Teile überspringt?
“Zsa Zsa Gabor in 9000m Höhe von einem Elefanten geschwängert?”
NEIN!
Ich fühle mich missblogt!
· Zonix um 21:45 Uhr
“Planet Germany”
Ich habe schon lange nicht mehr so begeistert ein Buch verschlungen, wie das titelgebende Werk von Eric T. Hansen.
Der in Hawaii aufgewachsene Amerikaner lebt seit vielen Jahren in Deutschland und schafft es auf sehr treffende und nicht minder humorvolle Weise zu erklären was den Deutschen, denn zum Deutschen macht.
Das ist jetzt mitnichten ein Buch über Klischees, oder voller Vorhaltungen was hier so falsch läuft! Hansen analysiert nicht nur, sondern bietet auch sehr plausible Erklärungen, warum der Deutsche denn so ist, wie er nunmal ist.
Das tut natürlich weh, wenn dabei Illusionen über deutsche Tugenden gnadenlos zerstört werden. Doch kommt auch sehr oft Trost und Zuspruch an Stellen, wo sie der gemeine Deutsche nie erwartet hätte. Und die kleine Abhandlung über die Grundlagen der deutschen Nörgelästethik ist für sich schon ein Meisterwerk.
Planet Germany ist im Fischer-Verlag erschienen und kostet als Taschenbuch 12,95 EUR.
Gloomy Sunday
Neostalinismusästhetik leicht gemacht – ein paar kümmerliche Schneereste, das umgekippte Dreirad eines nachlässigen Kindes und ein etwas grottiges Handy-Foto aus beengend wirkender Perspektive und schon sehen eigentlich schmucke Gründezeitgebäude aus wie ein Hinterhof in Nordkorea:
Da sind zu viele Abfalltonnen, um mit nordkoreanischen Hinterhöfen wie auch immer in Einklang stehen zu können.
· DenKa um 19:14 Uhr
Die Mülltonen kann man abschneiden und außerdem sind sie keine Mülltonnen, sondern Zuteilungsgefäße für die allmonatliche Kohlration.
· Gorch um 22:39 Uhr
