Armut == Sozialhilfeempfänger
Das mit der Armut ist schon so ein Ding. Denn unter den historischen Begriff fallen hierzulande nur wenige Menschen. Also muß man halt andere Definitionen schaffen, damit man weiter schöne Schlagzeilen über die “real existierende Armut” titeln kann.
Bezüglich der Kinderarmut hat man sich jetzt wohl auf “Sozialversicherungs-abhängig” eingeschoßen. D.h. ein Kind wird als in Armut lebend betrachtet, wenn es auf Sozialhilfe angewiesen ist.
Das hat natürlich auf der einen Seite den Vorteil, daß wir hier keine Durchschnitts- oder Medianspielereien haben, bei der ein paar (konjunkturbedingte) neureiches (sic!) Kids künstlich für mehr Armut sorgen. Das ist lobenswert.
Auf der anderen Seite führt dies aber zu dem lustigen Effekt, daß viele geforderte Maßnahmen nichts an diesem Status ändern. Denn einzig und allein die Schaffung von (besser bezahlten) Arbeitsplätzen ändert diese Armuts-Zuordnung.
Die Erhöhung von Sozialhilfe an sich bringt nichts. Und wenn man andere Zuschüße und Sachwerte Leistungen auf die Sozialhilfe anrechnen würde, damit offiziell keine solche mehr zu zahlen wäre, würde sich auch nur dann was ändern, wenn diese Zusatzleistungen insgesamt soviel größer sind, als daß sie die bisherige Sozialhilfe ersetzen. Und das wäre dann auch nur Namenskosmetik bei der unklar ist, ob sich die prekäre Situation solcher Kinder überhaupt verbessert.
Es zeigt sich einmal mehr, daß es mehr als dumm ist, bestehende Begrifflichkeiten einfach mit neuen Bedeutungen zu versehen.
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