ohne pointe

das wohl patriotischste Blog aus dem Land der Kernspalter und Autobauer

Archive for September, 2008

30. September 2008

Datenpanne

Großbritannien sollte sich einfach in Datenpanne umbennen. Das würde viele Agenturmeldungen verkürzen, da mit der Ortsangabe auch sofort klar ist, worums gleich geht!

CoBi um 13:41 Uhr

28. September 2008

Falten vs. Tippen

Als ich heute auszog um Wahlbeobachter zu beobachten, könnte ich in Ermangelung derer Anwesenheit eine alternative Beobachtung durchführen: die Langsamkeit des digitalen Wählens. Resp. des Wählens mit einer Wahlmaschine.

Der Grund findet sich erstmal darin, daß es zwei “Wahlzettel” gab, einmal für die neuen Stadtverordneten und einmal die Ortsbeiräte. Jedesmal konnten (und mußten technisch auch) drei Kreuzchen getippt werden um die Stimme einzutüten. Dank der Vielfältigen Auswahl war das erstmal ein Such- und Findspiel.

Das ist natürlich bei der Papierwahl nicht anders! Allerdings ist so eine Maschinenwahl eine eingleisige Angelegenheit. Es gibt an der digitalen Urne nur Einzelbetrieb und so baute sich sukzesive eine Schlange auf die auch so schnell nicht kürzer wurde.

Also schnell die Stoppuhr mal angeworfen und mitgemessen. Völlig unrepräsentativ kommt man bei 12 Wahlvorgängen auf einen Durchschnittswert von 43 Sekunden. Sagen wir mal 30 Sekunden ist der Best-Case für jemanden der weiß wen er wählen will und seine Kandidaten nur noch finden muß und 60 Sekunden für jemanden der erst am Gerät feststellt, daß er gar nicht so recht weiß, was er da eigentlich soll. Pro Stunde schafft man also zwischen 60 und 120 Wähler.

Hmm, da kann man ja froh sein, daß nicht jeder zur Wahl geht. Denn bei – sagen wir mal – 1500 Wahlberechtigten an einem Gerät brauchen wir im Best-Case bis 20:30 Uhr bis der Letzte seine Stimme abgegeben hat. (Es ist übrigens kein Problem das um 18.00 Uhr das Lokal schließt. Hauptsache alle sind dann anwesend die noch Abstimmen müssen).

Diese Feststellung trieb mich dann zurück in mein heimische Wahllokal. Dort wurde mit Papier und Stift abgestimmt. Allerdings auch gleich drei Wahlzettel, der weitere für den Kreistag. Hier ist die Versuchanordnung natürlich etwas anders aufgebaut, aber die Messung läßt sich analog gestalten. Es gab zwar drei Wahlkabinen, aber gemessen wurde nicht das ausfüllen, sondern die Zeit zwischen zwei Urnen-Einwürfen.

Hier ergab es sich (nach Messung von unrepräsentativen 24 kontinuierlichen Wahlvorgängen), daß quasi im gemittelten Wahlgang 56 Sekunden benötigt wurde. Engpaß ist hier weniger der Urneneinwurf, als die Anzahl der Wahlkabinen und in gewisser Weise die Faltung der Wahlzettel. (Bitte dreimal, zwei genügt nicht!). Wenn wir jetzt also mal milchmädchenhaft auf zwei Wahlzettel runterrechnen, landen wir bei 37 Sekunden! Und es sollte offensichtlich sein, daß diese Zahl durch simples Hinzufügen weiterer Wahlkabinen optimiert werden kann.

Denn jenseits der mehr als berechtigten Sicherheitsdebatte vereinfachen Wahlmaschinen das Wählen nicht automatisch. Sobald der Wahlzettel komplizierter wird, wird zwar am Ende die Auswertung einfacher, aber der Wahlvorgang selbst wird vor allem zu einer unnötig langen Warterei. Und je länger man wartet um so eher wird man sich wohl fragen, ob denn die eigene Stimme auch richtig gezählt wird.

Ich denke das ist ein weiteres Argument (wenn natürlich auch ein nachrangiges) für die Abschaffung von Wahlmaschinen. Es darf nicht sein, daß die Ausübung eines demokratischen Rechtes durch künstliche Flaschenhälse behindert wird. Wer zur Wahl geht, soll dort bitte auch wählen dürfen und nicht 90% seiner Anwesenheit mit Warterei verbringen. Das könnte durchaus auch zu dem Gedanken führen, sich den Scheiß beim nächsten Mal nicht mehr anzutun.

CoBi um 21:02 Uhr

24. September 2008

Klare Vorgaben für den App-Store…

sind so Dinge, die gerade sehr lautstark (um mal höflich zu bleiben) für den App-Store gefordert werden.

Grundsätzlich ist das auch mehr als nachvollziehbar. Schließlich ist es ungemein hilfreich von vornherein zu wissen, daß man mit seiner Idee für eine Applikation keine Chance auf Veröffentlichung haben will.

Auf der anderen Seite gibts da allerdings auch ein Dilemma für Apple. (Nun gut, abgesehen von dem Grundsatzproblem, daß nicht jeder der will darf!) Je genauer Apple beschreibt was “verboten” ist, um so genauer gibt Apple seine Pläne und Absichten preis.

Wird wirklich erwartet, daß Apple niederschreibt, daß es keinen iTunes-Bypass für podcasts erlaubt, weil die Verzahnung von iTunes und den Mobilgeräten so essentiell ist, daß man das Geschäftsmodell gefährdet sieht, wenn sich die Leute von iTunes emanzipieren?

Es sollte offensichtlich sein, daß Taschenrechner keinen wichtigen Punkt in Apples Geschäftsstrategie bilden. Weder bietet man eine überragende Implementation, noch kaufen die Leute iPods, weil man dann immer einen hübschen Taschenrechner dabei hat und das doch alles so einfach ist.

Genausowenig wird es einen anderen WiFi-Store auf dem Podsen geben neben dem offiziellen. Natürlich wird man auch weiterhin Musik aus anderen Quellen auf die Player bekommen. Das wird Apple nicht verhindern. Aber es wird eben Over-The-Wifi nur einen Weg geben.

Und auch bei Safari wirds keine Kompromisse geben. Wer glaubt er könne Firefox auf das iPhone portieren, wird keinen Erfolg haben. Etc.

Natürlich wäre eine Welt toll, in der jeder alles machen kann was er will (oder zumindest andere dazu zwingen). Aber das gilt dann ja im gleichen Atemzug für Apple. Und der Status Quo sagt mir, daß die ihre Wünsche bereits umsetzen. Und dazu gehört nicht die bedingungslose Unterordnung unter Interessen Dritter.

CoBi um 16:51 Uhr

09. September 2008

132 Euro

Seit einigen Tagen kann man ja landauf und landab lesen, wie anmaßend, dumm, weltfremd oder was auch immer die Ersteller dieser Studie aus Chemnitz doch seien, wenn sie annehmen, daß man mit 132 Euro im Monat über die Runden kommen kann.

Kann man ja auch. Aber eben nur unter extremen Umständen. Da wird in der Studie auch gar kein Hehl draus gemacht. Und überraschenderweise besteht die Studie ja nicht nur aus dieser einen Zahl, resp. aus der Minimum-Rechnung.

Diese ist aber auch sinnvoll. Und sei es nur um am Ende festzustellen, daß es weder dem normalen Bürger noch dem durchschnittlichen Hartz-IV-Empfänger möglich ist, wirklich auf diesem Niveau zu leben! Hier sollte also die Studie nicht wegen Unmenschlichkeit verdammt werden, sondern eher als Mahnung dienen, daß gewisse Kürzungen auf Grund ihrer Auflage gar nicht in die Praxis umzusetzen wären.

Insbesondere im Bereich der Lebensmittel wird das ja selbst aufgezeigt. Weder wissen die wenigsten Menschen wie eine optimal ausgewogene Ernährung aussieht, noch gelingt es trivial die dafür benötigten Lebensmittel kostengünstig und dann auch noch so auf den Punkt einzukaufen, daß nichts verschwendet wird.

Das hier ein Multiplikator notwendig ist, versteht sich von selbst.

Ansonsten erinnert mich die ganze Medien- und Blogaufregung einmal mehr an das übliche Studienproblem. Wenn z.B. aus der Existenz einer Studie gleich eine Absicht eines Gremiums abgeleitet wird, welches die Studie in Auftrag gegeben hat. Oder wenn im hiesigen Fall aus der Existenz einer Minimalstrechnung abgeleitet wird, daß dies automatisch die Empfehlung der Ersteller der Studie ist.

Man kann der Studie gern die angelegten Kriterien in Frage stellen und eigene in Stellung bringen. Aber es wäre auch weiterhin unwissenschaftlich, wenn man keine Minimalrechnung durchführen würde. Das es da draussen irgendwelche Leute gibt, die diese Zahl dann mißbrauchen und unreflektiert als für alle und unter allen Umständen passend halten, läßt sich nicht verhindern.

Es liest halt jeder aus der Studie raus, was ihm in den Kram paßt.

CoBi um 12:51 Uhr