hysterie
132 Euro
Seit einigen Tagen kann man ja landauf und landab lesen, wie anmaßend, dumm, weltfremd oder was auch immer die Ersteller dieser Studie aus Chemnitz doch seien, wenn sie annehmen, daß man mit 132 Euro im Monat über die Runden kommen kann.
Kann man ja auch. Aber eben nur unter extremen Umständen. Da wird in der Studie auch gar kein Hehl draus gemacht. Und überraschenderweise besteht die Studie ja nicht nur aus dieser einen Zahl, resp. aus der Minimum-Rechnung.
Diese ist aber auch sinnvoll. Und sei es nur um am Ende festzustellen, daß es weder dem normalen Bürger noch dem durchschnittlichen Hartz-IV-Empfänger möglich ist, wirklich auf diesem Niveau zu leben! Hier sollte also die Studie nicht wegen Unmenschlichkeit verdammt werden, sondern eher als Mahnung dienen, daß gewisse Kürzungen auf Grund ihrer Auflage gar nicht in die Praxis umzusetzen wären.
Insbesondere im Bereich der Lebensmittel wird das ja selbst aufgezeigt. Weder wissen die wenigsten Menschen wie eine optimal ausgewogene Ernährung aussieht, noch gelingt es trivial die dafür benötigten Lebensmittel kostengünstig und dann auch noch so auf den Punkt einzukaufen, daß nichts verschwendet wird.
Das hier ein Multiplikator notwendig ist, versteht sich von selbst.
Ansonsten erinnert mich die ganze Medien- und Blogaufregung einmal mehr an das übliche Studienproblem. Wenn z.B. aus der Existenz einer Studie gleich eine Absicht eines Gremiums abgeleitet wird, welches die Studie in Auftrag gegeben hat. Oder wenn im hiesigen Fall aus der Existenz einer Minimalstrechnung abgeleitet wird, daß dies automatisch die Empfehlung der Ersteller der Studie ist.
Man kann der Studie gern die angelegten Kriterien in Frage stellen und eigene in Stellung bringen. Aber es wäre auch weiterhin unwissenschaftlich, wenn man keine Minimalrechnung durchführen würde. Das es da draussen irgendwelche Leute gibt, die diese Zahl dann mißbrauchen und unreflektiert als für alle und unter allen Umständen passend halten, läßt sich nicht verhindern.
Es liest halt jeder aus der Studie raus, was ihm in den Kram paßt.
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