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21. Juli 2010

Apples Positionsdatenspeicherung

Heute hat sich Apple schriftlich zu den Hintergründen der Neufassung der iTunes-AGB geäußert, in denen u.a. das Einverständnis zum Speichern der Positionsdaten abverlangt wird. Die Spekulationen könnten ein Ende haben, wenn man sich durchliest, was Apple antwortet. (Müssen sie natürlich nicht, wenn man eh Apple nicht glaubt, oder sich nur mit falschen Zusammenfassungen abgibt.)

Um es kurz zu machen: was ist nun ans Licht gekommen und was ist das eigentliche Problem? Denn es gibt da schon etwas, was so nicht unkrititisiert stehen bleiben darf, aber ich möchte auch schon leicht andeuten, daß der ein oder andere die Sache etwas höher aufhängt, als sie ist.

In den AGB war zuvor merkwürdig, warum dort vom “sammeln und speichern” die Rede war. Das Positionsdaten erhoben werden müssen, weil sonst keine Positions-basierten Dienste funktionieren können, ist offensichtlich. Wozu wollte aber Apple das Recht zu Speicherung haben und wer waren die Partner die erwähnt werden?

Nun die Partner waren zu vermuten und werden auch von Apple benannte: Google und Skyhook. Diese Firmen bekommen anonymisierte Umgebungsdaten (Funkmast-IDs und WLAN-MACS) um darüber Angaben zum Standort des Mobilgerätes zu machen. Achja und natürlich die Entwickler. Den effektiv gibt ja Apple die Positionsdaten via API an deren Programme und damit auch zwangsläufig in deren Hände. Wobei hier der Nutzer natürlich mit iOS4 noch genauer entscheiden kann, welche Programme Positionsdaten nutzen dürfen und welche nicht.

Die Speicherung der Positionsdaten stellt sich nun als Auf- und Ausbau einer eigenen Lokalisierungsdatenbank heraus. Um zukünftig nicht mehr auf die Dienste von Google und Skyhook angewiesen zu sein, hat Apple mit iOS 3.2 begonnen selbst die Umgebungsdaten in Form von Funkmast- und WLAN-Daten aufzuzeichnen.

Was Apple aber leider nicht getan hat, ist darauf hinzuweisen, daß es zu diesem Zweck die auf dem iPhone erhobenen Positionsdaten weiterverwendet.

Und in diesem Satz stecken auch zwei Knackpunkte die in der aktuellen Diskussion leider etwas untergehen. Denn Apple scannt mitnicht anlaßlos die Umgebung auf WLANs und erfaßt auch nicht pausenlos via GPS die Position des Gerätes, um die entsprechenden Umgebungsdaten einnorden zu können.

Apple sammelt nur die Positionsdaten, die auf dem Gerät sowieso ermittelt wurden. D.h. wenn der Nutzer Ortungsdienste grundsätzlich zuläßt und ein Programm die aktuelle Position abfragt, wird diese Position zusammen mit eventuellen Informationen über sichtbare Funkmasten und WLANs intern gespeichert. Werden auf den Gerät hingegen keine Positionsdaten ermittelt, wird auch nichts gespeichert. Von sich aus, nimmt iOS keine GPS-Ortung vor um im sichtbare WLANs und Funkmasten zu dokumentieren.

Wenn auf diese Weise Daten aufgelaufen sind, werden diese alle zwölf Stunden anonymisiert an Apple gesendet. Apple weiß dann, daß ein Mobilgerät an bestimmten Orten seine Position abgefragt hat und an diesen Orten auch die zugeordneten Funkmasten und WLANs gesehen hat. Der für die Anonymisierung verwendete Zufallsbezeichner wird alle 24 Stunden neu generiert, so daß Apple maximal das Bewegungsprofil eines Gerätes an einem Tag nachvollziehen kann. Wer dieses Gerät genutzt hat, kann aus den Daten nur mit gewisser Unschärfe geraten werden.

Man darf an der Stelle btw. auch nicht übersehen, daß durch A-GPS sowieso schon Umgebungsdaten das Handy verlassen und mit partiellen GPS-Daten auf irgendeinem Server im Internet landen können. Also etwas wirklich Neues hat Apple hier nicht gemacht.

Was meiner Meinung nach das Problem ist, daß es keine Option gibt dieser Datensammlung im Detail zu entsagen. Ich kann nur die Ortungsdienste komplett abschalten. Aber wenn ich nur ein einziges Programm nutzen möchte, daß meine Position braucht, wird auch immer die Abfrage dieser Position für einen zweiten Zweck verwendet.

Dieser zweite Zweck ist btw. nicht per se böse, sondern IMHO auch sehr clever gewählt. Bei dem aktuellen weltweiten Durchsatz mit iPhones sollten die gewünschten Daten sehr zügig zusammengetragen werden und auch sehr schnell aktualisiert werden, den gerade die Menge der WLANs sollte schneller variieren, als die der Funkmasten. Nutzern ohne GPS kommt das nur zugute.

Aber ich hätte halt vorher gerne gewußt, daß jede Positionsabfrage auch diesem Zweck zugeführt wird und ich hätte gern die Option an dieser Datenbank-Verbesserung nicht teilzunehmen. Ich bin jetzt mal Realist und fordere nur Opt-Out, wo natürlich Opt-In die begrüßenswertere Lösung wäre.

Einfach ein Schalter direkt unter der Aktivierung der Ortungsdienste, der darauf hinweist, daß man Apple bei der Verbesserung der Ortung helfen kann, wenn man der Speicherung zu diesem Zweck zustimmt. Und wenn alle Apple-Nutzer nur Schafe sind, wird es schon genug geben, die sogar stolz darauf sind Apple helfen zu können.

CoBi um 00:18 Uhr