ohne pointe

das wohl patriotischste Blog aus dem Land der Kernspalter und Autobauer
20. März 2010

Schwarze Schafe

Es gibt einen neuen Hirtenbrief von weiter oben. Soweit nichts Neues. Danach auch nichts.

DenKa um 21:38 Uhr

01. Februar 2010

Amazon vs. Macmillian

Im US-amerikanischen Amazon-Store gabs am Wochenende eine nicht gerade kleinen Aufreger über das Verschwinden der Bücher des Macmillian Verlages. Hintergrund waren verschiedene Ansichten über die Zukunft der E-Books des Verlages und da Amazon wohl nicht mit den Vorstellungen von Macmillian über die zukünftige Vertragsgestaltung konform ging, hat man mal eben demonstriert daß man den Verlag ja jederzeit aus dem Katalog schmeißen kann. Und zwar nicht nur die E-Books, sondern auch das bedruckte Papier.

Es sollte offensichtlich sein, daß Amazon hier das Opferофис обзавеждане in dem ganzen Streit ist, oder?

Was ist nun eigentlich das Problem? Klassischer Buchhandel funktioniert über Zwischenhändler und Buchläden und der Verleger macht eigentlich nichts anderes als seine Bücher an den Zwischenhändler zu verkaufen, der verkauft das dann an die Läden und die Stellen das ins Regel zu einem Preis den sie für angemessen halten.

Macmillian kam nun auf die Idee – analog zu den Musikdownloads – nun für E-Book eine andere Variante zu wählen. Amazon wird zum reinen Auslieferer deklassiert, das quasi nur noch das E-Book präsentiert und den Verkauf abwickelt, aber keinen Einfluß mehr auf die Preisgestaltung hat. Macmillian legt den Preis fest und Amazon darf sich 30% des Erlöses behalten. Kennen wir ja so z.B. aus Apples App-Store.

Klar das da Amazon grundsätzlich nicht einverstanden ist, da sie die Kontrolle über den Preis verlieren und damit auch die Chance auf ein Monopol. Denn E-Books (zumindest von Macmillian) werden dann bei Amazon genauso teuer sein wie bei anderen Anbietern, z.B. Apple.

Und warum ist nun Amazon das Opfer? Zumindest in der Aufregung vieler Schnäpchenjäger? Weil der Verlag Amazon vorschreibt was ein Produkt zu kosten habe. Frechheit, bei Walmart schreibt ja auch kein Hersteller vor, zu welchem Preis ein Produkt im Regal steht. Und außerdem würden ja die Verlage ihren geforderten Preis pro E-Book bekommen, auch wenn Amazon es unter Preis abgibt!!!1

Nunja, es gibt da einen kleinen aber feinen Unterschied zwischen physikalischen und virtuellen Gütern. Bei physikalischen Gütern, kann der Hersteller in bestimmtem Maße steuern, in welchen Umfang seine Waren in den Handel gelangen. Wenn er sieht das der Preis stimmt kann er davon auch profitieren, wenn er den Preis für die Zwischenhändler anhebt. Wenn das Produkt nicht geht, werden ihm die Zwischenhändler nur weitere Chargen abnehmen, wenn er mit dem Preis nach unten geht. Das reicht sich alles brav von oben nach unten durch. Und wenn da jemand die Preispolitik stört, wird er eben nicht mehr beliefert.

Bei virtuellen Gütern ergibt sich aber ein interessanter Umstand: Es gibt kein beschränktes Angebot mehr. Amazon braucht ja nur ein einziges Exemplar um das E-Book hundertfach zu verkaufen. Wenn Amazon da einen Superrabatt drauf packt, dann gilt der eben nicht mehr nur solange wie der Vorrat reicht, sondern solange wie Amazon der Meinung ist da einen Rabatt draufpacken zu wollen (und dabei vermutlich auch Verlust zu machen).

Aus Sicht des Verlegers mag das erstmal irrelevant sein, da er ja seinen geforderten Preis von Amazon bekommt und auch die Kunden haben da nicht so ein großes Problem mit. Allerdings nur kurzfristig. Denn was passiert denn, wenn Amazon dank unbeschränkter Verfügbarkeit beliebige Rabatte realisieren kann? Genau, die Konkurrenz kann da irgendwann nicht mitziehen, wenn sie nicht die selben tiefen Taschen hat um solche Rabatte gegenzufinanzieren. Es haben schon genug E-Book-Stores die Hufe hochgerissen.

Und das ist auch der Punkt an dem die Verlage wissen was ihnen droht. Nein, es ist nicht zu erwarten, daß Amazon nach Festigung des Monopols die Preise nach oben zieht und die Verbraucher melkt. So doof sind sie nicht. Aber wenn es gelungen ist einen großen Markt an Kindles zu etablieren, die ausschließlich über Amazon mit Material versorgt werden können, müßten die Verleger ab einem Punkt jegliche Konditionen von Amazon akzeptieren oder eben darauf verzichten. Und wenn Amazon die Endverbraucherpreise nicht anhebt, aber keinen Verlust mehr machen will, was wird dann wohl passieren? Die Verleger könnten heftige Abschläge hinnehmen.

Laut Gerüchten waren die Verleger schon lange mit dieser drohenden Situation nicht glücklich und haben jetzt mit Apple jemanden gefunden, der keine eigene Preisfindung betreiben, sondern einfach nur digitale Medien vertreiben will. Man sollte sich daran erinnern, daß am Ende auch die Musikindustrie variablere Preise durchgesetzt hat.

Achja, apropos Preisgestaltung: es wird ja jetzt gern darauf rumgeritten, daß Macmillian bis auf 16 USD pro E-Book verlangen will. Viele der künstlich Entrüsteten übersehen dabei, daß dies Obergrenzen sind und keineswegs die neuen Standardpreise für jedes Buch und das für immer. Wie auch bei anderen Medien auch, soll der Preis nach und nach dem Markt angepaßt werden. Schließlich sind neue DVDs in der ersten Woche auch teuerer, bevor sie ein Jahr später am Grabbeltisch zu finden sind. Und bei totem Holz nörgelt ja auch keiner (haha, doch genügend) daß das günstigere Paperback erst deutlich nach dem Hardcover verkauft wird.

Jedenfalls ist Amazon in diesem Streit kein Opfer. Ihnen stand es frei keine neuen Verträge mit Macmillain mehr einzugehen, wenn ihnen die Konditionen nicht zusagen. Aber mal eben auch den normalen Printbestand auszulisten setzt ein Zeichen, daß Amazon wohl mal lieber nicht gesetzt hätte. Sie mögen sehr groß sein, und es mag auch wehtun, wenn man dort nicht gelistet ist. Aber spätestens ab diesem Punkt schaut auch der Staat etwas genauer hin, ob diese Macht nicht mißbraucht wurde. Sieht so aus, als ob Amazon doch dämmert, daß sie sich da etwas dumm angestellt haben in dieser Sache.

CoBi um 13:16 Uhr

07. Januar 2010

Lebenszeichen
Apple und die Zensurvorwürfe.

Hui, da gehts mal wieder im Heise-Forum hoch her, nachdem der Vogel-Verlag von Vorwürfen schreibt die sich im Endeffekt darum drehen, daß auf den iPhone nicht alles möglich ist, was denkbar ist.

Wir ignorieren jetzt einfach mal den Teil wo Zeitungen – die sich selbst massiv dagegen werden Dinge nicht veröffentlichen zu müssen, die Ihren Ansichten widersprechen – sich künstlich aufregen und widmen uns der Frage, wer da eigentlich was kontrolliert.

Der Nutzer hat natürlich die Kontrolle über sein Gerät. Was sich u.a. darin äußert, daß er mittels Browser jede erdenkliche URL aufrufen kann, die es da draussen gibt. Einzige (durchaus schwerwiegende Einschränkung) ist der Umstand daß nicht alle Mittel dargestellt werden, die im Web so Einsatz finden. Z.B. Java- und Flash-Applets. Aber eine inhaltliche Kontrolle findet hier nicht statt. Wenn es da irgendwo iPhone-kompatiblen Porn gibt, dann kann ich den auch nutzen.

Das gilt übrigens auch für Informationen und so.

Worüber der Nutzer allerdings keine Kontrolle hat, ist welche Applikationen im AppStore auftauchen. Der steht voll und ganz unter Apples Kontrolle und Apple sieht sich hier auch in einer gewissen Verantwortung die Apple glaubt mit Beschränkungen bei den Angeboten begegnen zu müssen. Es gibt bei Apple gewisse “Werte”-Vorstellungen über die zulässigen Inhalte der Applikationen und diese Vorstellungen sind grob bekannt. (Das eine detailierte Liste die Situation nicht verbessern würde, sei an dieser Stelle nicht vertieft)

Als Entwickler weiß ich davon, daß ich nicht alles was mir einfällt so über den AppStore verbreiten kann. Da kann man auch nicht behaupten, daß es Entwickler gibt die das bisher nicht wußten, da ja vermutlich jede bisherige Ablehnung zum Staatsakt aufgeblasen wurde.

Es darf davon ausgegangen werden, daß viele Sachen die technisch und algorithmisch möglich wären nicht in Form von Apps über den AppStore heruntergeladen werden können. Und da es auch keinen anderen offiziellen Weg gibt Applikationen auf das iPhone zu laden, hat hier in der Tat Apple eine Kontrollfunktion.

Aber die beschränkt sich eben auf das Zugänglichmachen der Applikationen!

Wenn eine Applikation sich nicht benimmt, wird sie aus dem AppStore verbannt. Allerdings sind noch keine Fälle bekannt, in denen Apple auf dem Gerät diese Applikationen entfernt hätte. Was ausgeliefert wurde, wurde ausgeliefert und kann genutzt werden! Apple hat zwar grundsätzlich die Möglichkeit die Applikationen wegzuräumen (wie es wohl auch bei Android ist) hat aber eben bisher – trotz mehrere Anlässe – nicht davon gebrauch gemacht. Im Gegensatz zu Amazon, die ja mal eben auf dem Kindl “aufgeräumt” haben.

Kommen wir also zur Zensur zurück. Der Begriff taugt hier ja nun überhaupt nicht. Denn Apple ist in keinerlei Monopol-Situation, wo man den Leuten irgendwelche Informationen vorenthalten könnte. Oder eben Titten. Es gibt soviele Telefone da draussen, die auch noch alle immer soviel besser als das iPhone seien sollen. Wer sich also nicht “zensieren” lassen will, kann sich jederzeit eines dieser anderen Telefone mit offensichtlich freierer Programmeinspielung besorgen.

Und diejenigen die mit der Vormundschaft von Apple leben wollen, die nehmen halt weiter das iPhone.

Da mag jetzt gern der Vorwurf kommen, daß das ja eher eine Entmündigung statt einer Vormundschaft ist, aber das zieht dann doch nicht. Denn ich lasse mich ja auch nicht entmündigen, wenn ich zu einem Discounter meiner Wahl gehe und dort aber nicht jedes am Markt verfügbare Produkt erwerben kann. Oder das ich am Zeitungskiosk meiner Wahl nicht jederzeit das neue “Cumshot Deluxe” kaufen kann, weil der Besitzer die Ansicht vertritt, sowas nicht verkaufen zu wollen.

Der Erwerb eines iPhone oder iPod Touches ist jedenfalls nicht mit einem Knebelvertrag verbunden, seine Informationen und Applikationen zukünftig ausschließlich über diese Gerät zu beziehen.

Wobei, wenn es natürlich nach dem Willen einiger Verlage geht – um mal wieder zum Ausgangspunkt zurückzufinden – könnte es schon sein, daß man im iPhone-Universum zukünftig gewisse Informationen nur noch so abrufen darf, wie es den Verlagen in den Kram paßt. Das ist dann wohl Doppelmoral. Oder schlichtweg die Verblendunge, daß es bei den Verlagen ja nur ums Geld geht und damit Beschränkungen okay sind. Es kann sich ja jeder freikaufen.

CoBi um 15:59 Uhr

Was unsere Autoren in ihren eigenen Blogs so schreiben:

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